Bischof aus Afrika besucht Partner in Neukirchen

 

Rogath Kimaryo war gestern zu Gast in St. Jakobus. Die Gemeinde unterstützt schon seit 1985 eine Pfarre in Tansania.

Ein respektvolle Stille herrscht im Pfarrsaal. Andächtig lauschen die Anwesenden den Worten von Rogath Kimaryo. Der 60-Jährige ist Bischof der Diözese Same in Tansania und zum ersten Mal in der Gemeinde St. Jakobus. "Es ist mir eine Ehre, dass ich endlich zu einem Besuch gekommen bin", liest er in brüchigem, aber verständlichen Deutsch vom Blatt ab. Hinter ihm und den Gästen im Pfarrsaal liegt da schon der gut besuchte Gottesdienst, den Kimaryo zusammen mit Pastor Andreas Schönfeld gehalten hat.

Den Bischof aus Tansania und die Neukirchener Katholiken verbindet eine fast 32 Jahre lange Partnerschaft. Seit dem 14. Oktober 1985 gibt es die Verbindung zwischen St. Jakobus und der Christ-König-Gemeinde in Mpepera. Mehr als 76.000 Euro an Spenden haben die Neukirchener seitdem gesammelt. Eine Maismühle konnte finanziert werden, der Bau einer Kranken- und Entbindungsstation, von Kirche und Pfarrhaus, außerdem Stromleitungen, Schulgeld und etliches mehr. Das fasst Johannes Kreuels in seiner Rede zusammen. Der 78-Jährige hält seit Jahren den Kontakt zu Mpepera. Die Gemeinde ist eine von vielen in Kimaryos Diözese. Der Bischof besucht in Deutschland auch das Kindermissionswerk und wohnt bei Peter und Marlies Derichs, seiner Gastfamilie in Gangelt.

Als Kimaryo gesprochen hat, ermuntert er die Neukirchener, Fragen zu stellen. Es dauert etwas, bis das Eis bricht und das große Interesse der Anwesenden spürbar wird. Sie fragen nach dem Schulsystem in Tansania, wie die Kirche dort aufgestellt ist, ob Gottesdienste anders ablaufen, was bisher mit den Spenden aus Neukirchen passiert, und und und. Kimaryo beantwortet alle Fragen sehr ausführlich in einer Mischung aus Deutsch und Englisch. Die "Maismühle" wird in seinen Worten schon mal zur "Maisfressmaschine", aber dennoch verstehen ihn alle und hängen gebannt an seinen Lippen. Der 60-Jährige berichtet nun mal aus einer anderen Welt. Es gibt zwar eine Schulpflicht und laut Regierung kostet Bildung in Tansania auch nichts. Faktisch sehe das aber etwas anders aus. Hinzu kommt: Die Qualität der staatlichen Schulen sei schlecht. 90 Kinder in einer Klasse, für einige gebe es weder Tisch noch Stuhl. Doch Kritik an der Regierung sei dort auch nicht möglich. Bleibt nur, selber anzupacken, um die Situation zu verbessern. Daher baut die Gemeinde zum Beispiel gerade eine Grundschule auf. Jedes Jahr muss ein neuer Klassenraum gebaut werden. "Das ist eine Herausforderung", sagt der Bischof. Zumal die katholische Kirche dort hinter Lutheraner und Muslimen nur die drittgrößte Glaubensgemeinschaft sei.

Hinterher stehen die Interessierten Schlange: "Wir würden Sie gerne besuchen. Geht das?" Kimaryo freut sich darüber sehr. Und Johannes Kreuels appelliert: "Denken Sie daran, zum nächsten Gemeindefest zu kommen, damit wieder viele Spenden zusammenkommen."

Von Jascha Huschauer; NGZ

 

 
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Fotos: W. Brinkmann 2017